Pirmin Loetscher im Interview: Achtsam im Alltag
- 31. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 31. Mai
Pirmin Loetscher ist Autor, Speaker und Mentaltrainer aus der Schweiz. Er begleitet Menschen dabei, innere Stärke zu entwickeln, Blockaden zu lösen und neue Perspektiven zu gewinnen.
Im Interview gibt er Einblicke in seine Arbeit und zeigt, warum Achtsamkeit, mentale Stärke und der bewusste Umgang mit der eigenen Lebenszeit heute entscheidend sind.

Satis-Factory.ch: Was motiviert dich persönlich am meisten, Menschen zu mehr Achtsamkeit und innerer Balance zu begleiten und wie hat sich diese Motivation über die Jahre verändert?
Pirmin Loetscher: Zentral für uns ist Gesundheit – sowohl körperlich als auch mental, denn sie ist die Grundlage für ein erfülltes und freudvolles Leben. Nur wenn es uns selbst gut geht, können wir auch für andere da sein und Gutes bewirken – sei es für unsere Familie, unsere Kinder oder im beruflichen Umfeld für Kunden und Mitarbeitende.
Wir selbst sind das Zentrum. Wenn wir gestresst, erschöpft oder krank sind, verlieren wir die Fähigkeit, wirklich präsent und unterstützend zu sein.
Aus eigener Erfahrung weiss ich, wie schnell man in diese Spirale geraten kann, wenn man dauerhaft nur leistet und die eigenen Bedürfnisse aus den Augen verliert.
Genau deshalb ist es mir ein Herzensanliegen, Menschen dabei zu unterstützen, wieder mehr auf sich selbst zu hören, ihre Grenzen wahrzunehmen und achtsam mit sich umzugehen – damit sie langfristig gesund bleiben und für sich und andere da sein können.
Satis-Factory.ch: Du hast mehrere Bestseller zum Thema Achtsamkeit und mentale Stärke veröffentlicht. Welche zentrale Botschaft wünschst du dir, dass besonders junge Menschen daraus mitnehmen?
Pirmin Loetscher: Die zentrale Botschaft für mich ist: Unsere Lebenszeit ist begrenzt und sie lässt sich nicht nachholen. Je mehr wir diese Zeit unbewusst verstreichen lassen, ständig online sind oder gedanklich in der Vergangenheit oder Zukunft leben, desto mehr entgleitet sie uns, ohne dass wir wirklich im Moment präsent sind.
Mir ist es wichtig, Menschen wieder zurück in die Verbindung mit sich selbst zu begleiten – weg von der dauernden Aussenorientierung hin zu den eigenen Bedürfnissen, Zielen und Träumen. Denn nur, wenn wir wirklich bei uns sind, können wir bewusst gestalten, anstatt das Leben einfach passieren zu lassen.
Ich wünsche mir, dass Menschen am Ende ihres Lebens nicht zurückblicken und denken, sie hätten ihre Zeit vor allem im Netzwerk verbracht, sondern dass sie sagen können: Ich war bei mir, ich habe mein Leben aktiv gelebt.

Satis-Factory.ch: In deiner Arbeit mit Unternehmen: Welche Veränderungen beobachtest du aktuell im Umgang mit Stress, Resilienz und mentaler Gesundheit und wo siehst du den grössten Handlungsbedarf?
Pirmin Loetscher: Ich erlebe aktuell, dass viele Unternehmen ein Umdenken beginnen: Lange lag der Fokus auf Technologien, Systemen und Tools. Doch inzwischen wird immer deutlicher, dass der Mensch im Zentrum steht – er ist es, der all diese Dinge bedient und mit der zunehmenden Geschwindigkeit umgehen muss.
Was eigentlich entlasten sollte, hat oft das Gegenteil bewirkt: Die ständige Beschleunigung führt bei vielen Menschen zu Stress und Überforderung.
Unternehmen erkennen zunehmend, dass sie ihre Mitarbeitenden dabei unterstützen müssen, gesund mit diesen Anforderungen umzugehen.
Es geht darum, einen bewussten Umgang mit den Möglichkeiten zu fördern, aus dem permanenten „Im-Tun“-Modus auszusteigen und wieder mehr auf sich selbst zu achten – damit die Arbeitswelt langfristig nicht belastet, sondern wirklich unterstützt.
Satis-Factory.ch: Gibt es etwas, das du zum Thema mentale Gesundheit oder zum gesellschaftlichen Umgang damit unbedingt sagen möchtest?
Pirmin Loetscher: Für mich ist ganz entscheidend, mit kleinen Schritten zu beginnen. Der erste Schritt ist, sich bewusst zu machen: Was tut mir in meinem Alltag nicht gut? Welche Muster habe ich entwickelt? Genau dort setzt Veränderung an.
Wichtig ist, nicht alles auf einmal ändern zu wollen – das erzeugt nur zusätzlichen Stress. Stattdessen geht es darum, einzelne Gewohnheiten bewusst und konsequent anzupassen.
Wenn sich etwas nachhaltig verändert hat, kann man den nächsten Schritt angehen. Es beginnt immer mit einer Entscheidung – und danach zählt vor allem das Dranbleiben.
Viele kennen das: Nach den Ferien nimmt man sich vor, alles anders zu machen – und nach wenigen Wochen ist man wieder im alten Trott. Deshalb ist es so wichtig, sich einfache, realistische Routinen aufzubauen, die gut in den Alltag passen und mit der Zeit auch Freude machen, weil sie einen festen Rhythmus finden.
Ein grosses Dankeschön an Pirmin für den spannenden Einblick in seine wertvolle Arbeit, die Menschen und deren Umfeld stärkt.
Mehr Informationen über Pirmin findest du hier:





Kommentare