World Happiness Report 2026
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Aktualisiert: vor 2 Tagen

Einmal im Jahr schaut die Welt auf eine einzige Frage: «Wie gut ist dein Leben – auf einer Skala von 0 bis 10?» Aus Millionen solcher Antworten entsteht der World Happiness Report, herausgegeben vom Wellbeing Research Centre der Universität Oxford gemeinsam mit Gallup und dem UN Sustainable Development Solutions Network.
Die Ausgabe 2026 ist da. Und sie ist mehr als eine Rangliste. Sie stellt die Frage, die viele von uns täglich beschäftigt: Was machen Social Media eigentlich mit unserem Wohlbefinden?
Die Schweiz ist zurück in den Top 10
Zuerst die guten Nachrichten aus der Heimat: Die Schweiz klettert im aktuellen Ranking von Platz 13 auf Platz 10 und ist damit wieder in den Top 10 vertreten srf. Nach fünf Jahren, in denen die Schweizer Bevölkerung im internationalen Vergleich immer unglücklicher wurde, ist das eine echte Trendwende watson.
An der Spitze steht wenig überraschend Finnland – zum neunten Mal in Folge en.wikipedia. Dahinter folgen Island, Dänemark, Costa Rica und Schweden, danach Norwegen, die Niederlande, Israel, Luxemburg und die Schweiz srf. Deutschland liegt auf Platz 17, Österreich auf Platz 19 deutsch.radio.
Wichtig zu wissen: Das Ranking basiert nicht auf einem Momentgefühl, sondern auf dem Dreijahresdurchschnitt der Selbsteinschätzungen aus den Jahren 2023 bis 2025 en.wikipedia.
Der eigentliche Befund liegt tiefer
Ein Platz im Ranking ist eine Schlagzeile. Der Report selbst widmet sich jedoch einem Thema, das uns bei satis-factory.ch direkt betrifft: Der psychischen Gesundheit junger Menschen im digitalen Zeitalter.
Die Zahl, die aufhorchen lässt: Bei den unter 25-Jährigen in den USA, Kanada, Australien und Neuseeland ist die Lebenszufriedenheit im letzten Jahrzehnt um fast einen ganzen Punkt auf der 0-bis-10-Skala gefallen. Im Rest der Welt ist sie im selben Zeitraum gestiegen ox.ac.
Ein Punkt auf einer Zehnerskala klingt klein. Auf Bevölkerungsebene ist es eine Verschiebung von enormem Ausmass – und sie konzentriert sich ausgerechnet auf wohlhabende, friedliche, stabile Länder. Wohlstand allein macht offensichtlich nicht glücklich.
Social Media: nicht gut, nicht böse – sondern differenziert
Die einfache Erzählung lautet: Social Media macht unglücklich. Der Report widerspricht dieser Vereinfachung – und liefert etwas Besseres als ein Pauschalurteil.
Es kommt darauf an, welche Plattform. Plattformen, die echte soziale Verbindungen ermöglichen, zeigen positive Zusammenhänge mit dem Wohlbefinden. Plattformen mit algorithmisch kuratierten Inhaltsströmen zeigen negative Zusammenhänge theworlddata.
Es kommt darauf an, wie lange. Junge Menschen, die weniger als eine Stunde täglich Social Media nutzen, berichten die höchsten Wohlbefindenswerte – höher sogar als jene, die gar keine Social Media nutzen. Der Durchschnitt liegt nach einer Schätzung jedoch bei rund 2,5 Stunden pro Tag wellbeing.hmc.ox.ac.
Es kommt darauf an, wer. Der Rückgang des Wohlbefindens bei intensiver Nutzung zeigt sich in englischsprachigen Ländern und Westeuropa besonders deutlich bei Mädchen wellbeing.hmc.ox.ac.
Das ist die eigentliche Botschaft: Nicht Abstinenz ist die Lösung, sondern bewusste Nutzung. Verbindung statt Konsum. Austausch statt endloses Scrollen.
«Aufbauen, was gut ist»
Ein Satz aus dem Report ist bei uns hängen geblieben. John F. Helliwell, Ökonom und Mitbegründer des World Happiness Report, formuliert es so: Wenn es um Glück geht, sei es wichtiger, das Gute im Leben aufzubauen, als das Schlechte zu finden und zu reparieren wellbeing.hmc.ox.ac.
Genau darum geht es uns bei satis-factory.ch. Mentale Gesundheit ist kein Notfallthema, das erst dann relevant wird, wenn etwas kaputt ist. Sie ist etwas, das man täglich pflegt – durch Beziehungen, durch Gespräche, durch Aufmerksamkeit füreinander.
Die sechs Schlüsselfaktoren, die der Report für Wohlbefinden identifiziert, unterstreichen das: Soziale Unterstützung, Einkommen, Gesundheit, Freiheit, Grosszügigkeit und die Abwesenheit von Korruption falstaff. Drei davon – soziale Unterstützung, Freiheit und Grosszügigkeit – kann jede und jeder von uns unmittelbar beeinflussen. Nicht durch Politik, sondern durch Verhalten.
Was das für den Alltag heisst
Der Report ist eine wissenschaftliche Publikation. Aber seine Erkenntnisse lassen sich übersetzen:
Qualität vor Quantität in der Nutzung. Eine Stunde bewusst gewählte digitale Zeit schlägt drei Stunden passiven Feed-Konsum.
Reden ist eine Intervention. Soziale Unterstützung ist einer der stärksten Prädiktoren für Lebenszufriedenheit. Ein ehrliches Gespräch ist keine Kleinigkeit.
Grosszügigkeit wirkt auf beide Seiten. Wer gibt, profitiert messbar selbst. Das ist keine Moral, das ist Datenlage.
Hinschauen bei jungen Menschen. Der stärkste Rückgang betrifft die Jüngsten. Wer Kinder, Jugendliche oder junge Mitarbeitende begleitet, sollte diese Zahlen kennen.
Unser Beitrag
Bei satis-factory.ch machen wir mentale Gesundheit sichtbar – mit Socken und Armbändern, die ein Gespräch auslösen, und mit einem Teil des Erlöses, der gespendet wird. Nicht, weil ein Paar Socken eine Therapie ersetzt. Sondern weil Sichtbarkeit der erste Schritt ist, damit über etwas gesprochen wird, das zu lange still blieb.
Der World Happiness Report 2026 zeigt: Die Schweiz steht gut da. Und genau deshalb lohnt es sich, hinzuschauen, wo es trotzdem bröckelt.
Quelle: World Happiness Report 2026, herausgegeben vom Wellbeing Research Centre der Universität Oxford in Partnerschaft mit Gallup und dem UN Sustainable Development Solutions Network, veröffentlicht am 19. März 2026. Vollständiger Bericht unter worldhappiness.report.




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