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Der Rethinking Cycle – Warum Wissen nicht gleich Verstehen ist

  • 15. März
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 25. März

Stell dir vor, du steigst auf ein Fahrrad – etwas, das du seit Jahren problemlos kannst. Doch plötzlich funktioniert nichts mehr.


Du lenkst nach links und das Fahrrad fährt nach rechts.Du lenkst nach rechts und es fährt nach links.

Genau dieses Experiment zeigt ein bekanntes Video des Ingenieurs und YouTubers Destin Sandlin von Smarter Every Day. In diesem Experiment wird ein Fahrrad so umgebaut, dass sich die Lenkung vollständig umkehrt: Lenkt man nach links, fährt das Fahrrad nach rechts.Lenkt man nach rechts, fährt es nach links.


Eigentlich klingt das simpel. Man weiss ja, wie ein Fahrrad funktioniert – oder?

Die meisten Menschen glauben, sie könnten dieses Fahrrad sofort fahren.

Doch fast niemand schafft es.


Doch genau hier passiert etwas Spannendes:


Selbst erfahrene Fahrradfahrer können plötzlich nicht mehr fahren.

Das Gehirn ist so stark an die gewohnte Bewegung gekoppelt, dass es trotz Wissen nicht funktioniert.


Der Ingenieur brauchte acht Monate, um das neue System zu lernen.

Noch erstaunlicher: Sein Sohn schaffte es in nur wenigen Wochen.


Warum?


Weil Kinder weniger feste Denkmuster haben.

Und genau hier beginnt der Rethinking Cycle.


Etwas kennen heisst nicht, es zu verstehen

Das Video zeigt eindrücklich:


Zwischen Wissen und Verstehen liegt ein grosser Unterschied.

Wir können etwas erklären, darüber sprechen oder glauben, es zu wissen – doch erst wenn unser Denken und Handeln wirklich zusammenpassen, entsteht echtes Verständnis.


Der Rethinking Cycle beschreibt diesen Prozess des Umdenkens.


1. Wahrnehmen

Wir merken, dass etwas nicht funktioniert wie erwartet.


2. Hinterfragen

Unsere bisherigen Annahmen werden plötzlich unsicher.


3. Neu denken

Das Gehirn beginnt, neue Verbindungen zu schaffen.


4. Üben und erleben

Erst durch Erfahrung entsteht echtes Verständnis.


5. Integration

Das Neue wird Teil unseres Denkens und Handelns.

Dann beginnt der Zyklus von vorne.


Rethinking Cycle

Warum dieser Gedanke so wichtig ist?

Viele Herausforderungen im Leben – ob im Beruf, in Beziehungen oder in persönlichen Entwicklungsprozessen – funktionieren ähnlich wie dieses Fahrrad.


Wir glauben zu wissen, wie Dinge funktionieren.


Doch manchmal müssen wir erst erleben, dass unsere bisherigen Denkmodelle nicht mehr passen.


Der Rethinking Cycle lädt uns deshalb ein, neugierig zu bleiben und Gewissheiten auch einmal loszulassen. Denn manchmal beginnt echtes Lernen genau dort, wo wir merken:

Ich dachte, ich verstehe es – aber eigentlich kenne ich es nur.


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